Raw & Polished ist ein von Anne Devries und Henrik Kaalund ins Leben gerufenes und kuratiertes Format, das Tanzschaffende dazu einlädt, ihre Werke work in progress, in Ausschnitten oder fertig vor tanzinteressiertem Publikum zu präsentieren. Den Arbeiten können choreografisch gesetzte oder improvisatorische Strukturen zugrunde liegen. Raw & Polished findet zweimal jährlich statt, im Frühjahr und im Herbst. Pro Abend werden mehrere Präsentationen á maximal 10 Minuten Länge gezeigt, maximale Gesamtspielzeit 90 Minuten inklusive Pause. Im Anschluss an die Präsentationen findet ein Künstler*innengespräch in Kleingruppen statt. In strukturiertem Rahmen können so offene Fragen beantwortet werden. Der Eintritt zu Raw & Polished ist frei, Spenden sind willkommen.
Veranstalter: Henrik Kaalund & Anne Devries
Kontakt: rawandpolished@gmail.com
Diese Künstler*innen sind im April dabei








Juliane Ott
an odorless and tasteless liquid, almost clear with a hint of blue
Die Performance zeigt einen Ausschnitt des Stückes “an odorless and tasteless liquid, almost clear with a hint of blue”, das die Thematik Wasser, seine Erscheinungsformen und die damit verbundenen Gefühle behandelt.
The performance shows a section of the piece “an odorless and tasteless liquid, almost clear with a hint of blue”, which deals with the topic of water, its appearances and the feelings connected to it.
Choreographie/choreography - Konzept/concept: Juliane Ott
Tanz/dance: Melissa Berndt, Cosima Butz, Jessica Trenner
Shauna McWilliams
Confined
Ein Tanztheaterstück, das die Folgen von Beschränkungen untersucht. Eine physische Interpretation des sich eingeschränkt Fühlens oder Seins und des Begrenztseins. Die emotionale Reise im Umgang mit diesen Einschränkungen, die durch Entschlossenheit und Stärke voranschreitet, aber letztendlich zu einem Gefühl der Hilflosigkeit führt.
A dance theatre piece exploring the consequences of confinement. A physical interpretation of being or feeling restricted and confined. The emotional journey of dealing with these limitations moving through determination and strength but ultimately landing at a feeling of helplessness.
Choreographie/choreography - Konzept/concept - Tanz/dance: Shauna McWilliams
Melanie Elysse Old, Wolfrun Schumacher
The Lament of the Forgotten Girl
“Die Klage des vergessenen Mädchens” ist ein Duett, inspiriert von Jean Baptiste Greuzes Gemälde aus der georgianischen Zeit, “Die Klage der Uhr”. Das Stück folgt einer Figur, die durch abstrakte Bewegung und Charakterentwicklung gleichzeitig zwei verschiedene Leben führt. Das Werk kombiniert zeitgenössischen Tanz mit Theater-Elementen, um diese unerzählte Geschichte jenseits der Leinwand zum Leben zu erwecken.
A duet inspired by Jean Baptiste Greuze’s Georgian-era painting, “The Lament of the Watch”. The piece follows 1 character living two different lives simultaneously through abstract movement and character development. The work combines contemporary dance with theatrical elements to bring this untold tale beyond the canvas to life.
Choreographie/choreography - Konzept/concept - Tanz/dance: Melanie Elysse Old, Wolfrun Schumacher
Felix Chang
無|壹 Wú | Yī
Die Tanzperformance untersucht das Konzept der „public solitude“ von Konstantin Stanislawski und spiegelt die taoistische Raumphilosophie wider. Sie thematisiert Taiwans Weißen Terror (27. Februar 1947 – 15. Juli 1987) und schildert Shih Ru-Chens Schicksal: Wegen marxistischer Lektüre der Spionage beschuldigt, versteckte er sich ca. 18 Jahre und glaubte, dass Ideen Freiheit bedeuten.
„To see far is one thing, going there is another.“ — Constantin Brâncuși
This dance performance explores “public solitude,” a concept by Konstantin Stanislavski, and echoes the spatial philosophy of Taoism. It centers on Taiwan’s White Terror (Feb 27, 1947 – July 15, 1987) and recounts Shih Ru-Chen’s ordeal: accused of espionage for reading Marxist literature, he hid in his home for approximately 18 years, believing that ideas embody freedom.
Choreographie/choreography - Konzept/concept - Tanz/dance: Felix Chang
Alva Cecilia Winter
Liebeserklärung
Ein Stück über die Verklärung einer unausgelebten Liebesbeziehung. Ein flüchtiges Lächeln von jemandem im selben Bahnabteil, ein kurzes Gespräch mit einer Unbekannten, ein Blickwechsel über eine Menschenmenge hinweg - genug um eine zärtliche Liebe auszulösen und detailreich eine romantisierte Beziehung zu imaginieren. Ein Stuhl steht stellvertretend für das stumme mystische Ideal, das solange nicht entzaubert wird, wie die Erklärung unausgesprochen bleibt.
A piece about the transfiguration of a unfulfilled romantic relationship. A fleeting smile from someone in the same train compartment, a brief talk with an unknown, an exchange of glances across a crowd - enough to spark a tender love and to imagine a romanticised relationship in rich detail. A chair represents the silent mystical ideal, that remains glorified, as long as the declaration is unsaid.
Choreographie/choreography - Konzept/concept - Tanz/dance: Alva Cecilia Winter
Daniela Binder
Home in Me
‚home in me‘ erforscht den Prozess, in sich selbst einen Ort zu schaffen, in dem man sich geborgen fühlt, ein Zuhause im Innen. Für Zeiten des Chaos im Außen ist dies besonders wichtig. Nach dem Durchleben von totaler Überreizung, die bis hin zu einem körperlichen Bruch führt, beginnt meine Reise zu einem ausgeglichenen Nervensystem. Mit unterstützenden Praktiken wie Atemübungen, Berührung und Summen baue ich langsam mein Zuhause und lade dich ein, ebenfalls nach innen zu schauen.
‚home in me‘ explores the process of creating a place within where one feels secure, a home inside. This becomes especially important in times of external chaos. After going through phases of overstimulation in the body and mind, leading to a physical breakdown, my journey towards a balanced nervous system begins. With supportive practices like breathing exercises, conscious touch, and humming, I find my way back and invite the audience to also turn inward.
Choreographie/choreography - Konzept/concept - Tanz/dance: Daniela Binder
Diana Gill
In Between // Zwischenräume
Das Stück erforscht den Zustand der Ungewissheit. Stille Erwartung, eine rastlose Unsicherheit und eine spürbare innere Spannung prägen diesen Schwebezustand. In einem Raum, der zugleich beengt und grenzenlos erscheint, setzt die Tänzerin ihre Suche nach Erlösung fort. Das Stück bietet einen intensiven Einblick in die bewegten Zwischenräume des Lebens, in denen jede Entscheidung die Weichen für das Unbekannte stellt.
The piece delves into the liminal space of uncertainty, capturing the delicate balance between quiet anticipation, restless anxiety, and a palpable inner tension. Confined yet boundless, the stage becomes a microcosm of human experience, as the dancer grapples with the search for resolution. The piece offers an immersive exploration of life‘s in-between moments, where every choice carves a new path into the unknown.
Choreographie/choreography - Konzept/concept - Tanz/dance: Diana Gill
Beatrice Nassi, Sara Pillino
ImpostORA
In diesem Duett geht es um die Beziehung zu uns selbst, zu unserem inneren „Selbst“, das uns zur SELBSTSABOTIERTHEIT führen kann, wenn wir nicht lernen, zu akzeptieren, wer wir sind und was wir erlebt haben. Wir haben durch dieses Duett die Dualität des KÖRPERLICHEN SELBST und des GEISTIGEN SELBST entwickelt. Das GEISTIGE SELBST versucht, dem KÖRPERLICHEN SELBST Hindernisse in den Weg zu legen und verhindert, dass es sich weiterentwickelt. Die Hindernisse, auf die wir uns beziehen, sind das Ergebnis einer Gesellschaft und Kultur, die uns zwingt, der Masse zu folgen und keine eigene Identität zu haben. Neben Themen rund um Frauen, von denen verlangt wird, dass sie eine mütterliche Rolle einnehmen, um sich in der Gesellschaft als Frauen zu fühlen, ist eines der wichtigsten Themen für uns unsere Kunst, die insbesondere in unserem Land (Italien) nicht immer die Möglichkeit bietet, eine Zukunft aufzubauen, und diejenigen, die sich dafür entscheiden, davon zu leben, fühlen sich oft ausgegrenzt. Wir neigen dazu, einem Leben nachzujagen, das nicht zu uns gehört, nur um uns nicht fehl am Platz zu fühlen. Das GEISTIGE SELBST lässt uns zwischen vergangenen Misserfolgen und zukünftigen Ängsten leben, lässt uns darüber grübeln, was passiert ist, uns auf das Negative konzentrieren Gedanken, bedauern, was getan oder nicht getan wurde, fragen uns, was passiert wäre, wenn … und hindern uns daran, den gegenwärtigen Moment zu genießen: das HIER UND JETZT. Diese Darstellung ist eine Reise in unser Inneres, eine Entdeckung dessen, wer wir sind, die Akzeptanz dessen, was wir sind, und die Suche nach Gleichgewicht und Einklang zwischen dem KÖRPERLICHEN SELBST und dem GEISTIGEN SELBST. Nur wenn wir ein Gleichgewicht zwischen der Dualität des Selbst finden, können wir das Selbstbewusstsein erreichen, das der Schlüssel zur Verwirklichung ist.
This duet is about the relationship with ourselves, with our inner ‚self,‘ which can lead us to SELF-SABOTAGE if we do not learn to accept who we are and what we have experienced.We developed through this duet the duality of the PHYSICAL SELF and the MENTAL SELF.The MENTAL SELF tries to create obstacles to the PHYSICAL SELF and prevents it from evolving.The obstacles we refer to are the result of a society and culture that forces us to follow the crowd and not have our own identity.In addition to topics concerning women, who are required to have a maternal role in order to feel likewomen within society, one of the most important issues for us is our art, which, especially in our country (Italy), does not always provide the opportunity to build a future, and those who choose to live from it may often feel marginalized.We tend to chase a life that doesn’t belong to us just to avoid feeling out of place.The MENTAL SELF makes us live between past failures and future anxieties, making us dwell on what happened, focus on negative thoughts, regret what was or wasn’t done, wonder what would havehappened if... preventing us from enjoying the present moment: the HERE AND NOW.This representation is a journey within ourselves, a discovery of who we are, the acceptance of what weare, and the search for balance and alignment between the PHYSICAL SELF and the MENTAL SELF.Only by finding balance between the duality of the self we can achieve the self-awareness that is the key to realization.
Choreographie/choreography - Tanz/dance: Beatrice Nassi, Sara Pillino
Das Programmheft als PDF gibt es hier zum Download: