Raw & Polished ist eine von Henrik Kaalund und Anne Devries initiierte Veranstaltungsreihe, die Tanzschaffende einlädt, sowohl work in progress als auch fertige Werke oder Ausschnitte davon zu präsentieren. Dabei können choreographisch-gesetzte, ebenso wie improvisatorische Strukturen den Arbeiten zugrunde liegen. Zum Zuschauen sind alle tanzinteressierten Menschen willkommen.

Die Veranstaltungsreihe findet zweimal jährlich in der Tanzzentrale statt. An den beiden Abenden werden je acht Präsentationen von maximal zehn Minuten Länge gezeigt (maximale Gesamtspielzeit von 90 Minuten). Im Anschluss findet ein moderiertes Künstler*innengespräch statt.

Termine 2023: Sonntag, 05. März, 18 Uhr und Sonntag, 15. Oktober

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, erleichtert jedoch die Planung.

Ansprechpartner/Veranstalter: Henrik Kaalund & Anne Devries
Email: rawandpolished@gmail.com
Ort: Tanzzentrale der Region Nürnberg, Kaiserstr. 177, Aufgang B/2.Stock, 90763 Fürth
Kosten: Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Das Projekt wird unterstützt von der Tanzzentrale der Region Nürnberg e.V. und ist ein Non-Profit Projekt zur Förderung (zeitgenössischen) Tanzes in der Region N/FÜ/ER.

Programm am 05. März 2023

Beginn 18 Uhr
Tanzzentrale der Region Nürnberg e. V.

>>> Das vollständige Programm ist auch zum Download hier erhältlich. <<<

SCHEMA
SCHEMA ist eine Soloarbeit, die untersucht, wie und warum das Gehirn auf Geräusche und Musik reagiert. Begleitet von einem lebendigen und abwechslungsreichen Soundtrack wird Katy Tanz und gesprochenes Wort verwenden, um tiefer einzutauchen und die emotionalen Verbindungen zu durchqueren, die wir beim Hören bestimmter Geräusche und Musik erzeugen.
Die Motivation hinter diesem Stück kam von der Arbeit von Daniel Levitin und ihrem Buch „This is your brain on music“. Mit diesen Informationen wird Katy einen Raum schaffen, in dem alle zusammen lachen und Spaß haben können!

SCHEMA is a solo work that explores how and why the brain responds to sound and music. Accompanied by a lively and diverse soundtrack, Katy will use dance and spoken word to delve deeper and traverse the emotive connections we create when hearing specific sounds and music.
The motivation for this piece came from the work of Daniel Levitin and her book ‘This is your brain on music’. Using this information Katy will create a space for everyone to laugh together and have fun!

Choreografie - choreographie/Tanz - dance: Katy Higgins (GB)
Info: Instagram: @tobymoves

Goghs Sorrow
Er stand am Sonnenblumenfeld und blickte an seiner Hand hinab. Diese Hand, die in seinem Leben so viele Pinsel gehalten hat. Diesmal hielt es etwas Schwereres. Ein lautes Geräusch, gefolgt von völliger Stille. Die Sterne begannen herunterzufallen und hoben ihn in den Himmel. Blau und Gelb. Endlich Ruhe.

He was standing at the sunflower field, looking down at his hand. That hand that held so many brushes during his life. This time it held something heavier. A loud noise followed by total silence.The stars started falling down, lifting him up to heaven. Blue and yellow.
Finally peace.

Tanz/Choreographie/Konzept - dance/choreography/concept: Milena Gessner (USA)
Info: Facebook: Milena Gessner  - Instagram: milena.gessner

leftover
Bitte verlass’ mich nicht – Ich werde alles vergessen, alles tun, ich werde der Schatten
deines Schattens sein. Ich werde mich selbst zurücklassen.
Leftover entstand aus der zufällig gewählten, in sich multirelationalen Wort- Konstellation
„Objekt – Wort – Person“: Die Worte einer anderen, nun abwesenden Person stellen eine
Situation her, in der die anwesende Person den Platz eines aussortierten, unnützen Objekts
an einem Kleiderständer einnimmt – „leftover“ bzw. „zurückgelassen“, ein Rest von Person.
Kommunikation als ein interaktives Modell verfehlt nicht nur ihren Zweck, sondern wird
tragisch-absurd, wenn die verbal adressierte Person nicht (mehr) anwesend ist. Wenn Liebe
zur Selbstaufgabe wird, ein Betteln um Aufmerksamkeit, um Liebe – obwohl der andere
schon weg ist.

Please don’t leave me – I will forget anything, do anything, I will be the shadow of your shadow. I will leave myself behind.
This solo emerged from the randomly chosen and multi-relational word-constellation of „object ̶word ̶ person“: The words of another, now absent person create a situation in which the present person takes the place of an object hanging on a coat rack. “Sorted out”, i.e. left behind, broken, “leftover”. The artistic intention for the choreography is to show how communication as a two sided model not only fails its purpose, but becomes tragically absurd when the verbally addressed person is not present (anymore), when love turns into self-abandonment, begging someone for attention, for their love – who is already gone.

Tanz/Choreographie/Konzept - dance/choreography/concept: Ada Ramzews
Info: facebook & instagram: @ada.ramzews

Stuck between Teeth
“Stuck between Teeth“ ist ein tänzerischer Monolog, der darüber erzählt, wie schwer es sein kann, nach Hilfe zu fragen. In dem zeitgenössischen Solo von Laura Louise van Meurs sieht das Publikum eine Figur, die aussehen will, als ob es ihr gut geht, die aber auch einen Einblick in einen Kampf der Emotionen gibt und vielleicht auch mal den Versuch wagt, nach Hilfe zu fragen. Das Stück wurde mithilfe von Bewegungsrecherche zu den Themen psychische Erkrankungen und der Schwierigkeit, diese zu kommunizieren, choreographiert, in Erinnerung an einen davon betroffenen Freund.

“Stuck between Teeth” is a dance-monologue about the difficulty of asking for help.
In this contemporary solo by Laura Louise van Meurs, the audience sees a character being torn between the wish to appear as doing well (but the emotional struggle being apparent in this attempt) and perhaps the occasional attempt to ask for help. The piece was created through movement research on the topic of mental illnesses and the difficulty of communication about them, choreographed in memory of a friend who dealt with these issues.

 Tanz/Choreographie/Konzept - dance/choreography/concept: Laura van Meurs (D/NL)
Info: Instagram: laura_louise_vm

A Step in Love
„A Step in Love“ ist ein zeitgenössisches Tanzsolo, das die Geschichte der Reise eines Menschen der Selbstentdeckung und des Wachstums durch die Brille der Liebe erzählt. Das Stück kombiniert fließende und dynamische Bewegungen mit ausdrucksstarken Gesten und Gesichtsausdrücken, um die Emotionen und Herausforderungen dieser Reise zu vermitteln. Das Solo erforscht das Thema der Überwindung persönlicher Grenzen und des Durchbrechens von Barrieren und bietet eine bewegende und zum Nachdenken anregende Erkundung der transformativen Kraft der Liebe durch die Interaktion mit dem Publikum.

„A Step in Love“ is a contemporary dance solo that tells the story of a person‘s journey toward self-discovery and growth seen through the eyes of love. The piece combines fluid and dynamic movement with expressive gestures and facial expressions to convey the emotions and challenges of this journey. The solo explores the theme of overcoming personal limitations and breaking through barriers and offers a moving and thought-provoking exploration of the transformative power of love through audience interaction.

Tanz/Choreographie/Konzept - dance/choreography/concept: Linus Jansner (S)
Dramaturgie - dramaturgie: Giulia Carmelli (I) & Geosmin Yang (KOR)
Info: Facebook page: Linus Jansner Instagram: @f.l.o.w.e.r_boy
Youtube Channel: Linus Jansner

Exit?! -Auswege suchen-
Das Leben hält manchmal Veränderungen oder Phasen bereit, mit denen du im Alltag nicht zurecht kommst. Manchmal sind diese so ausweglos, dass du eine/n „FreundIn“ brauchst.
Die Anorexia (nervosa) spielt dir in diesem Moment vielleicht vor, für dich da zu sein und du kannst auf sie unter eigener Kontrolle jederzeit zurückgreifen. Aber ist sie ein echter Freund…? Wer hat jetzt die Kontrolle? Real betrachtet ist sie doch dein Feind, der versucht, dich nie mehr loszulassen! Findest du den Ausweg?

Life sometimes has changes or phases in store that you cannot cope with in everyday life. Sometimes these are so hopeless that you need a „friend“.
Anorexia (nervosa) may pretend to be there for you at this moment and you can fall back on it at any time at your own command. But is she a real friend...? Who is in control? Actually, she is your enemy who strives to never let you go!
Can you find the way out?

Choreographie - choreography/ Tanz - dance:
Sandra Finger (D), Patricia Scharf D)
Info: Facebookseiten: Sandra Finger, Patricia Scharf
Instagram Accounts: sandra.finger.581, patricia__julia

The continuum of empty time;
a poetry on love
Tagebucheinträge in Form von Gedichten. Die beste Art und einzige Möglichkeit für mich das Erlebte zu verarbeiten. Es erwartet Sie eine Reise durch meine Gefühlswelt; so durcheinander und überraschend, wie das Leben Sie damit überwältigen mag. Lassen Sie sich einnehmen von den Worten und den Bildern, den Fragen, Vorwürfen und Appellen an die Liebe. Wie verändert die Liebe Ihre Sicht auf das Leben und Ihr Empfinden für Zeit.
Jagen Sie ihr hinterher? Versuchen Sie sie einzufangen oder sie zu füllen?
Zeit ermöglicht es uns, Existenzen zu erfassen und sie ist es, die unserem Leben Bedeutung verleiht. Zeit existiert getrennt von uns; sie bleibt fortlaufend leer, um Ihren Zweck als Fänger jedes einzelnen Herzschlages nachzukommen.

Diary entries as written poems. The best and only way for me to process my experiences. A journey through my emotional world awaits you, as mixed up and surprising as that with which life may overwhelm you. Allow yourself to be affected by the words and the images, the questions, reproaches and appeals to love. How does love change your view on life and your sense of time? Are you chasing it? Are you trying to catch it or to fill it?
Time allows us to capture existences and it gives our lives meaning. Time exists separate from us; it remains continuously empty to serve its purpose as the catcher of every single heartbeat.

Tanz/Choreographie/Konzept - dance/choreography/concept:  Hannah Elsner (D)  
Musik: SJ Cora Himmelsbach
Info: Instagram: hannah_elsner_sj_cora

Lolita’s Labyrinth  
Laute Zugglocken stören die dunkle und ruhige Straße, als sie in den Bahnhof einfährt. Lolita steigt aus und blickt auf den Weg nach vorn. Sie dreht sich um, um zu sehen, wie sich die Türen schließen und der Zug schnell hinter ihr wegfährt. Sie hat erfolgreich einen Neuanfang gestartet. Das denkt sie jedenfalls. Lolitas Labyrinth folgt dem Charakter Lolita, während sie sich ihren Weg durch eine fremde, traumhafte Realität navigiert und versucht, aber nicht schafft die Vergangenheit zu vergessen, vor der sie davonläuft. Alle Fehler, denen man entkommen möchte, sind genau das, was man mitnimmt, egal wohin man geht.

Loud train bells disrupt the dark and quiet street as it pulls into the station. Lolita steps off and looks to the path ahead. She turns back to watch the doors shut and the train swiftly passes behind her. She has successfully started a new beginning. Or so she thinks. Lolita’s Labyrinth follows the character Lolita as she navigates her way through a foreign dreamlike reality attempting yet failing to forget the past she runs from. All the faults one wishes to escape are exactly those one carries along, no matter where one goes.

Choreographie/Konzept - choreography/concept: Melanie Old (CAN)
Tanz - Dance: Wolfrun Schuhmacher (D)
Info: https://www.instagram.com/melanie_old/