Jährlich vergibt die Tanzzentrale der Region Nürnberg e.V. Plätze für das Projekt „Creative Residencies“.

 "Creative Residencies" ist das artist-in-residence-Programm der Tanzzentrale der Region Nürnberg, in dessen Rahmen sie national und international tanzschaffenden Compagnies und/oder Choreograf*innen die Möglichkeit gibt, unter professionellen Probenbedingungen einen Teil ihrer Projektphase in den Räumlichkeiten der Tanzzentrale abzuhalten. Zudem gibt es die Option, mit freien Tänzer*innen aus Nürnberg und Umgebung zusammenzuarbeiten.

Ziel der Residenz ist eine Vernetzung der regionalen Szene mit den Gästen aus anderen Regionen und die Bereicherung der regionalen Tanzszene. Daher übernehmen die Residency-Gäste zum einen während ihrer Residenz die regelmäßig stattfindenden Profi-Trainings. Am Ende einer Residenz wird das Erarbeitete der Öffentlichkeit in Form eines Showings oder anderen Formats präsentiert.

Im Jahr 2022 begrüßen wir herzlich: Charlie Prince & Joss Turnbull im Mai, Rebecca Hoback im August, Hoyoung Im im Dezember.

Charlie Prince & Joss Turnbull
07. - 15. Mai 2022

Charlie Prince ist Tänzer und Performer. Geboren und aufgewachsen in den Bergen des Libanon (1991), lebt er heute zwischen Europa und Beirut. Als Künstler interessiert sich Charlie für den Platz des Körpers in postkolonialen Vorstellungen als Mittel zur Untergrabung und zum Widerstand gegen das imperiale Erbe. Seine choreografischen Arbeiten wurden auf mehreren wichtigen Festivals und Theatern präsentiert, darunter das SPRING Festival (NL), Dansmakers (NL), Rencontres Chorégraphiques internationales Seine St. Denis (FR), Oktoberdans (NO) und der Beirut International Platform of Dance (LB).

Joss Turnbull studierte 2007 bis 2012 Perkussion für Jazz- und Popularmusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim. Schon vor dem Studium und im Anschluss nahm er Privatunterricht bei Mohammad Reza Mortazavi und Madjid Khaladj für iranische Perkussion. Neben einem Studienaufenthalt in Istanbul bereiste er Syrien, Libanon und den Iran, um traditionelle Spielhaltungen zu studieren. Die iranische Kelchtrommel Tombak stellt seither das Zentrum seiner künstlerischen Arbeit dar. Mit Präparationen und Elektronik verfremdet er seine Instrumente und sucht nach zeitgenössische Ausdrucksweisen.

Zusammen arbeiten sie an Cosmic A* - einer Soloperformance von Charlie Prince getanzt, die von Joss Turnbull mit Livemusik begleitet wird. Cosmic A* betrachtet den Körper als archäologischen Raum und bezieht ihn in Ausgrabungsrituale ein, die neue und ungebundene Mythologien offenbaren und eine grenzenlose Selbstdarstellung und Verwurzelung ermöglichen. Es ist eine somatische Entfaltung - ein Zurückgeben und Aufsteigen des Körpers zu neuen Territorien seiner selbst, von Zentauren und Hybriden in ihm.

Rebecca Hoback
13. - 27. August 2022

Becca Hoback ist Performerin und Choreografin mit Sitz in Nashville, Tennessee. Unter dem Label ENACTOR PRODUCTIONS performt und kuratiert Becca Solowerke, die in Kooperation mit anderen Tänzer*innen und Tanzschaffenden entstanden sind. In ihren eigenen Werken steht die Einbindung der Gemeinschaft im Fokus. Zuletzt entstand ihr Soloprojekt Body View, in dessen Rahmen sie die Beziehung zwischen Körper und Menschsein erforscht. Emotionen und Verletzlichkeit werden hier auf eine rohe, dynamische und suggestive Art und Weise sichtbar. Mit ihrem Projekt war sie u.a. im OZ Arts Nashville, SoloCoreografico’s Torino dance showcase, Kindling Arts, und dem Tennessee Women’s Theater Project zu sehen. 2020 erhielt sie ein Tennessee Arts Commission Individual Artist Fellowship. Als Tänzerin war sie u.a. bereits bei PYDANCE (Asia Pyron), PRISM (David Flores), New Dialect (Banning Bouldin), Nashville Ballet 2 (Paul Vasterling), DiMossa (Lisa Valeri), FALL Dance & Aerial Arts (Rebekah Hampton Barger), The Haunted Ballet (Crystal Peattie) und dem Montgomery Ballet (Elie Lazar). Ihre Ausbildung erhielt sie an der University of North Carolina School of the Arts.

In der Tanzzentrale forscht und arbeitet sie zum Thema Finding community and connection through solo work: Aktuell entwickelt Becca eine Reihe von Solowerken, die sich mit Abwesenheit, Nostalgie und der Suche nach Verbundenheit inmitten von Isolation beschäftigen.

Hoyoung Im
05. - 18. Dezember 2022

Hoyoung Im ist ein koreanischer Performer, Choreograf, Dozent für zeitgenössischen Tanz, Komponist und Bildender Künstler. Nach seiner Ausbildung in den Hauptfächern Kino und Theater hat der aktuell in Berlin und Seoul lebende damals noch Schauspieler über zehn Jahre in diesem Bereich gearbeitet und verschiedenste Formen des Theaters erlebt. Mit dem Umzug nach Europa begann er, seine eigenen Körpersprachen zu erweitern und sich auf multidisziplinäre Performance zu fokussieren. Video, Sound und Musik sind für ihn wichtige künstlerische Bestandteile, weshalb er jede Produktion mit eigenen musikalischen Kompositionen in Verbindung mit Videos versieht. Statt verwestlichte Ästhetik z ubedienen, zielt Hoyoung Ims choreografische Arbeit auf das Erzählen von Geschichten, in Verbindung mit einem stark theatralischen Ansatz ab, um aktuelle politisch relevante Themen zu erörtern. Seine Methoden teilt er u.a. im Dock 11 Berlin, DART Studios, Tanzpunkt Hannover, 4fuerTanz Leipzig, CDSH: Contemporary Dance School Hamburg, Flow Village Zürich, Tanzbüro Basel, Alma Alter Theater Sofia, PALK Theaterkompanie, Dramastudio Seoul u.v.m.

Im Rahmen seiner Residenz möchte Hoyoung mit einer zeitgenössischen Tänzerin oder Performerin aus der Region/Bayern zusammenarbeiten. In 5 Tagen im Zeitraum vom 05. - 18. Dezember soll eine erste Grundstruktur der multidisziplinären Performance Taemong erarbeitet werden. Die Handlung dreht sich um eine weibliche Astronautin im Winterschlaf, die einen Taemong hat - einen Traum, der die Geburt eines Kindes voraussagen soll. Alle Informationen sind dem Open Call (in englischer Sprache) zu entnehmen - hier klicken zum Download.

Creative Residencies 2020/21

Kathrin Knöpfle, Henrik Kaalund & Johanna Kasperowitsch, Verena Kutschera & Richard Oberscheven

 

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