Home Events Bayerische Theatertage: Anatomie der Sehnsucht/Anatomie der Peinlichkeit (Marie Steiner/Alexandra Rauh)

Bayerische Theatertage: Anatomie der Sehnsucht/Anatomie der Peinlichkeit (Marie Steiner/Alexandra Rauh)

Ein performativer Doppelabend

In choreografierten Bildern zwischen Tanz und Performance untersuchen die Wiener Regisseurin Marie Steiner und die Nürnberger Choreografin Alexandra Rauh verschiedene Formen von Sehnsucht und Peinlichkeit und lassen sie in dem performativen Doppelabend sichtbar, hörbar und erfahrbar werden. Während Anatomie der Sehnsucht in einer formalistisch konsequenten, abstrakt und bildlich gehaltenen Choreografie das Gefühl der Sehnsucht als eine Art beobachtbares Sehnsuchtswesen darstellt, geht Anatomie der Peinlichkeit in einer körperlich-performativen eher heiteren Versuchsanordnung der Frage nach was die Auslöser für Peinlichkeit sind und wie mit dem Scheitern umgangen wird.

Was bedeuten Sehnsucht und Begehren? Wie kann das Gefühl der Sehnsucht sichtbar gemacht werden, ohne dabei als Facette einer Schnulzenromanze verstanden zu werden, sondern vor allem als körperliche Dimension? Angelehnt an Platons Kugelmenschen ist eine Art Sehnsuchtswesen entstanden. Ein Sehnsuchtskörper. Das Sehnsuchtstier. Das sich immer neu entfaltet und in ständiger Ambivalenz zwischen Verschmelzung und dem Drängen nach Autonomie die Frage aufwirft, was uns Menschen antreibt. Wie und warum entstehen Peinlichkeit und Scham? Auf den ersten Blick scheinen sie eher antiquierte Gefühle zu sein. Leben wir nicht in Zeiten zunehmender Schamlosigkeit? Betrachtet man die gegenwärtige gesellschaftliche Situation, kann man zu der Auffassung gelangen, dass peinliche Anlässe zunehmen, die Fähigkeit, Peinlichkeit oder Scham zu empfinden, aber womöglich verkümmert.

In einer körperlich-performativen eher heiteren Versuchsanordnung wird der Frage nachgegangen, was die Auslöser für Peinlichkeit sein können und wie mit dem Scheitern umgegangen wird. Beide Gefühle werden seziert, dekonstruiert und über Körper, Sprache, Video und Sound zur vielschichtigen Assoziationsfläche für die Zuschauer*innen. Ein performativer Doppelabend zwischen Begierde, Intimität, Heiterkeit und Scham, der die Mechanismen von Sehnsucht und Peinlichkeit bloßlegt und offenen Herzens präsentiert.

Eine Koproduktion mit der Tafelhalle Nürnberg, gefördert von der Stadt Nürnberg, unterstützt aus Mitteln der Kulturstiftung der Sparkasse, Tanzzentrale der Region Nürnberg e.V. MA7 Kulturförderung Wien, in Zusammenarbeit mit dem MNEME Kollektiv Münster. Dieses Projekt wird ermöglicht durch den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst

Aufführungsdauer: 1 Stunde

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